#1

Berichte

in Allgemeines 30.07.2017 19:27
von Team Johannsen • 1.085 Beiträge

28.07.2017
.. von Julie Ohlsen ..

Ich war irgendwie ein bisschen aufgeregt. Wir sind grade im Landeanflug auf den Stuttgarter Flughafen und weil Jerome, der neben mir sitzt und mich spitzbübig angrinst, weiss, dass ich Landungen nicht gerade mag, hält er meine Hand fest in seiner. Das aus uns mal ein Paar werden würde, daran hatte früher keiner gedacht. Wir kannten uns ja schon seit Kindertagen, spätestens, als die Rosenberg nach Sporthorses James kamen und ihre Heimat in Deutschland hinter sich ließen. Damals hatten deren Sohn Jerome und ich eher weniger miteinander zu tun, wir gingen zwar in dieselbe Schule aber nicht in dieselbe Klasse, sondern ich war ein Jahr unter ihm. So richtig Kontakt hatten wir erst, als ich meine Ausbildung bei den Rosenbergs zur Pferdewirtin begann und Jerome quasi mein Kollege wurde, da er zum selben Zeitpunkt mit seiner Lehre anfing. Das schweist ja doch zusammen, auch wenn Rick, Jeromes Vater, unser Ausbilder war und uns sehr forderte mit seiner strengen Art. Ich weiß noch ganz genau, wie rot er wurde, als er mich um das erste Date bat. Er tat mir fast ein bisschen leid, aber ich fand ihn schon seit geraumer Zeit anziehend und süß. Deshalb sagte ich "Ja" auf seine Frage, ob ich nicht Lust habe, mit ihm einen Film in Kino anzuschauen und hinterher noch irgendwie ne Kleinigkeit essen zu gehen. An diesem Abend, als er mich dann daheim, ich bewohnte eine kleine Mietwohnung nahe Kailua Events, absetzte, küssten wir uns zum ersten Mal. Ein bisschen nass, weil wir beide total aufgeregt waren, aber es stellte sich spätestens nach ein paar weiteren Dates heraus, dass Jerome ein ziemlich guter Küsser war und so schlidderten wir in unsere Beziehung. Es seinen Eltern zu sagen, davor hatten wir beide ein bisschen Angt, aber Jeanine und Rick haben sich für ihren Sohn sehr gefreut, dass er endlich eine Freundin gefunden hatte. Sie hatten es ohnehin geahnt, soviel Zeit wie ihr Sohn mit mir verbrachte und umgekehrt.

Na jedenfalls waren wir nun nach unserer abgeschlossenen Ausbildung zu meiner Tante und meinem Onkel unterwegs, die inzwischen unweit des Stuttgarter Flughafens lebten und dort ein großes Haus mit eigenem Stall auf dem Grundstück erworben hatten. Jerome und ich haben beide eigene Pferde dabei, da wir zwar im Urlaub sind, aber trotzdem ein bisschen reiten und trainieren wollen, um nicht aus der Übung zu kommen. Ich hoffte, dass meine Familie sich hatte den Pferde-LKW von den Johannsens leihen können, denn neben unseren 4 Pferden hatten wir noch deren Stute Amaryllis dabei, die nun zurück nach Deutschland kommen soll, um züchterisch noch etwas aktiv zu sein. Jerome war mit ihr recht erfolgreich auf Vielseitigkeitsturnieren unterwegs gewesen, aber da sie nicht mehr die jüngste Stute war, soll sie nun ihre Rente daheim bei ihrem Heimatstall, dem Gestüt Johannsen, verbringen und ihnen noch ein paar hübsche Fohlen schenken.

Als der Flieger dann endlich das Fahrwerk ausfuhr und wir mit einem lauten Rumpeln auf der Landebahn aufkamen, atmete ich tief durch, sah meinem Jerome tief in seine hübschen braunen Augen und schenkte ihm ein sanftes Lächeln, welches er mit einem leidenschaftlichen Kuss belohnte. Als wir schließlich dann auf der Parkposition standen, nahmen wir unser Handgepäck aus dem Fach über uns und verließen schließlich das Flugzeug, um möglichst schnell zum Gepäckband zu kommen. Dort dauerte es nicht lang, bis die ersten Koffer kamen und als unsere dann an der Reihe waren, hievte Jerome sie gentlemanlike vom Band und zog sie hinter sich her zum Ausgang. Er war schon ein Charmeur, auch wenn er es nicht immer durchblicken ließ. Draußen standen schon meine Tante und mein Onkel, die sich riesig freuten, als sie uns sahen. Wir fielen uns gegenseitig in die Arme, Jerome wurde ebenso umarmt, dann ging es schnell zum Parkplatz und von da mit dem LKW und dem Auto zum Frachtbereich, wo wir unsere 5 Pferde abholten. Ich hatte meine beiden Springer Pat SPM und Urban Charm J dabei, während Jerome mit Mocha von Rosenberg und Sirius Black J angereist war. Mit denen waren wir ja am Vortag noch beim Turnier auf Rosenborg gewesen und sie sollten nun auch etwas Urlaub bekommen.
Ich war ziemlich froh, als wir endlich zuhause ankamen, denn so langsam machte sich Müdigkeit bei mir breit. Wobei es für mich noch kein Zuhause war, da meine Familie ja erst vor kurzem vom Bodensee aus hierher gezogen hat. Das neue Haus war zwar kein Schloss, aber dennoch recht groß und mit viel Grün drum herum. Der Großteil der Fläche war in Weiden aufgeteilt worden, während sich die zwei kleinen Steingebäude gut reinpassten und alles sehr stimmig aussah. Pat, Charmy, Sirius und Mocha fanden sich in ihren geräumigen Boxen mit kleinem Paddock davor gleich gut ein, sie mümmelten kurze Zeit später schon gemächlich ihr Heu und so konnten Jerome und ich nun völlig abschalten. Tante Breanna, die Schwester meiner verstorbenen Mutter, war für mich nicht nur meine Tante sondern eine Mischung aus Mutter und bester Freundin, denn sie hatte mich aufgenommen, als sich meine Ma das Leben genommen hatte, und mir ein schönes, reich erfülltes Leben geboten. Ihr und ihrem Mann Logan verdanke ich alles, was ich habe und bin. Sie hatten mich nie im Stich gelassen oder ihre eigenen Kinder vor mich gestellt, sondern uns alle gleich behandelt.

Nun führte sie mich und Jerome erstmal durchs Haus, das Wohnzimmer, ein riesige Bad und die Küche sowie das Schlafzimmer und ein Arbeitszimmer befanden sich im Erdgeschoss, während man über eine Treppe nach unten in den Keller kam, in dem ebenfalls zwei Zimmer und ein großer Waschraum untergebracht waren. Hier hatten die Zwillinge ihr Reich, besaßen ihre Räume doch jeweils über ein kleines Bad. Jerome und ich sollten ein großes Zimmer im Dachgeschoss beziehen, welches als Gästezimmer eingerichtet war. Mitten im Raum stand ein riesiges Himmelbett mit Baldachin, ich verliebte mich sofort darin. Darauf waren viele Kissen und zwei wollweiße Decken platziert, die nicht zu warm aber auch nicht zu kalt aussahen. Direkt an der Wand neben dem Bett stand ein großer Schrank und zwei gemütlich aussehende Sessel fanden sich in einer Ecke, wo auch der Fernseher untergebracht war. Eine weitere Tür führte in ein kleines aber modernes Bad mit einer kleinen Whirlpoolwanne. Alles in allem fühlte ich mich, als wäre ich in einem Luxushotel gelandet. Auch Jerome sah ein wenig überrumpelt aus, aber er hatte so ein Glitzern im Auge, bei dem ich genau wusste, was es bedeutete. Damit würden wir aber warten müssen, bis Tante Breanna den Raum verlassen hatte.

Beim Abendessen plauderten wir über die vergangene Zeit, über diverse Turniere, auf denen wir gewesen war, über die Ausbildung und über die Zukunft, die wir planten. Meine Familie hatte auf Hawaii eine große Wohnung sowie ein Haus gekauft, welches sie als Ferienhaus nutzen wollten. Die Wohnung hingegen stellten sie mir zur Verfügung, Tante Bree meinte, sie hätten sie von dem Geld gekauft, dass meine Mutter für mich hinterlassen hatte. Sie hatte es damals nach dem Tod meines Vaters geerbt und es in einem Fond angelegt, damit ich mir im Erwachsenenalter meine erste Eigentumswohnung kaufen konnte. Ich wurde also mit einem Schlag Besitzerin und war nun erstmal total überrumpelt. Da würde bei meiner Rückkehr nach Kailua erstmal ein Umzug anstehen.

Jerome und ich gingen nach einer Weile aber dann auch in unser Zimmer, wo wir unsere Koffer auspackten, die Kleidung in dem großen Eichenschrank verstauten und dann gemeinsam in die Wanne stiegen. Die Blubberblasen massierten uns ziemlich gut, der heiße Dampf im Zimmer vernebelte unsere Sinne und wir fielen hinterher wie zwei Tote ins Bett, wo wir zugleich ins Traumland hinüber glitten.


zuletzt bearbeitet 04.08.2017 20:27 | nach oben springen

#2

RE: Berichte

in Allgemeines 04.08.2017 20:26
von Team Johannsen • 1.085 Beiträge

04.08.2017
.. von Jerome Rosenberg ..

Wahnsinn, jetzt waren wir fast 1 Woche weg von daheim und ich vermisste meine Heimat schon ganz arg. Auch wenn die Ausbildung bei meinem Dad und meinem Onkel sehr anstrengend und kräftezehrend gewesen war, so hatte ich doch Heimweh nach meiner manchmal etwas verrückten aber immer liebenswerten Familie. Wir skypten zwar öfters, aber dennoch fehlte mir etwas. Julie und ich hatten ein paar Ausflüge unternommen mit dem Auto, einen Tag waren wir am Bodensee gewesen, einen Tag fuhren wir nach München zum Shopping, aber die meiste Zeit verbrachten wir bei Julies Familie. Ich fühlte mich wohl dort, sie waren alle sehr nett und wir lachten viel, wenn wir zusammen saßen. Ich konnte Breanna sogar davon überzeugen, mir ein Babyfoto von Julie zu zeigen, auch wenn diese dabei ordentlich zeterte. Aber es war nur fair, denn sie hatte mit meiner Ma genau dasselbe gemacht und es war mir total peinlich gewesen. So waren wir nun hoffentlich quitt. Unsere Pferde bewegten wir natürlich auch, ich hatte ja Sirius und Mocha dabei, mit denen trainierte ich vorwiegend auf der Johannsener Geländestrecke aber auch leichte Spring- und Dressurtrainings absolvierte ich mit den Beiden. Hin und wieder leistete Julie mir mit Pat und Charmy Gesellschaft. Die Leute vom Gestüt Johannsen ließen uns sogar ein paar ihrer Hengste reiten. Deren Stuten standen nämlich bis auf wenige Ausnahmen mit kugelrunden Schwangerschaftsbäuchen auf den Weiden und genossen das warme Wetter. Vom Johannsener Team wurden wir gleich wie gute Freunde aufgenommen, sie waren echt nett und immer für einen Plausch zu haben. Nicholas Thiebaut, den ich desöfteren auf der Geländestrecke antraf, da er einer der Vielseitigkeitscracks dort war, gab mir ein paar sehr wertvolle Tipps, die ich prima umsetzen konnte. Manchmal braucht man halt einfach mal einen anderen Blickwinkel. Einen Abend luden uns die Reiter zu einem gemütlichen Beisammensitzen im Reiterstübchen ein, zudem sich auch Julies Familie gesellte. Selbst die Kinder wuselten dort rum und ich lernte auch die Ponyreiterinnen Alexandra, Ella und Melissa kennen. Letztere ist allerdings eine Einstellerin, während die anderen beiden Mädels eine Art Reitbeteiligung an den Ponies, die sie im Auftrag der Familie Johannsen auf Turnieren vorstellen, haben. Alles in allem eine echt bunte Truppe, die Dressurriege aus Marc Dawson, Raphael McKnight, Luna-Marie Alber und Aurelia Venti ist eher gemischt, während die Springpferde nur von Frauen, Lucy Ann Johannsen-Cockerham (älteste Tochter der Johannsens), Teagan Bell, Patricia Grant (die bei uns ihre Ausbildung gemacht hat), Nalani Cosway und Katherine Bennings bewegt werden und die Vielseitigkeitler bestehen fast nur aus Männern, Nicholas Thiebaut, Charles Cockerham (verheiratet mit Lucy Ann), Skyler Farrow und Matthis Weinmann, bis auf Laura Wahler. Auch 3 Azubis (Luna-Marie, Katherine und Matthis) haben hier einen Platz gefunden, wir schwatzten bis spät in den Abend und fielen daheim dann quasi tot ins Bett.

An diesem Freitag standen Julie und ich sehr früh auf, denn wir wollten mit Pat und Sirius einen gemütlichen Ausritt zusammen mit den Johannsens und deren Team machen. Breanna und Logan fuhren mit ihren Kindern schon in aller Herrgottsfrühe in den Europapark, so dass wir also nach dem Aufstehen erstmal das Haus für uns hatten. War auch mal ganz schön :) Das hatten wir daheim auch manchmal, nur einmal, da dachten wir, es wäre keiner da. Da hatten wir uns gewaltig getäuscht. Eigentlich wollten wir uns für ein Schäferstündchen in mein Zimmer gehen, nachdem wir vom Training mit den Pferden kamen. Mom und Dad waren nirgends zu sehen, weshalb wir dachten, sie wären vielleicht ausgeritten. Als wir jedoch durch die Haustür in Richtung meines Zimmers gingen, hörten wir auf einmal Geräusche, die uns Beiden nur allzu bekannt vorkamen, schließlich leben Julie und ich nicht gerade keusch. "Oh ja, Rick, reite mich fester", hörte ich meine Ma stöhnen, während mein Paps wohl sein Fleisch härter und schneller auf das meiner Ma klatschen ließ. Ich deutete ein kotzendes Gesicht bei Julie an, sie musste beinahe laut loslachen. "Oh Rick, genau so", folgte zugleich und ich bevor nun wirklich kotzen und gleichzeitig lachen musste, zog ich Julie auf leisen Sohlen aber hektisch aus dem Haus. Draußen lachten wir uns erstmal die Seele aus dem Leib, in sicherer Entfernung zum Haus natürlich. Gottseidank passierte uns das bisher kein zweites Mal.
An diesem Morgen jedenfalls kuschelte ich beim Klingeln des Wecker fest an Julies warmen, weichen Körper und weckte sie mit einem sanften Kuss auf ihre Lippen. Dabei blieb es dann aber nicht ;) Als wir nach einer halben Stunde dann doch endlich aufstanden und nacheinander duschen gingen, frühstückten wir schnell und machten dann Pat und Sirius fertig. Mein hübscher Buckskin stammte ja aus der Zucht der Johannsens und es kam mir vor, als würde er sich an seine alte Heimat erinnern, denn er zog beim Ritt dort hin ganz schön an den Zügeln, als könne er es kaum erwarten. Obwohl er ja schon als Jungpferd in unseren Besitz gekommen war. Ich musste mir jedenfalls Mühe geben, ihn unter Kontrolle zu halten, während Julie kurz lachen musste, als ich es ihr erzählte. Ihre roten Haare quollen unter ihrem schwarzen Reithelm hervor und ihre grauen Augen bohrten sich direkt in mein Herz, als sie mich ansah. Davon bekam ich immer richtiges Herzklopfen, auch wenn ich nicht wusste, womit ich sie verdient hatte. Ich war ja nicht gerade ein Muskelprotz sondern eher hager und schlaksig. Mom sagte immer, mein Dad sei auch so gewesen, als sie ihn kennengelernt habe, aber das hat sich mit der Zeit dann von selbst gegeben.

Wir wurden schon erwartet, die Johannsens und ihr Team hatte ihre Pferdekolonne gesattelt und getrenst, ein paar Reiter saßen schon im Sattel, der Rest stieg dann auch auf, als wir uns dazu gesellten. Zu zweit nebeneinander ritten wir hintereinander auf einen schönen Waldweg, ich ritt neben Matthis, der gerade seine Ausbildung auf dem Gestüt absolvierte und so plauderten wir ein wenig über unsere Erfahrungen. Er ritt einen hübschen dunkelbraunen Hannoveranerhengst mit dem Namen Golden Fantom RS, der gerade erste E-Vielseitigkeiten ging. Wenn ich mich richtig erinnerte, hatte ich ihn auf Kailua Events beim Trec Turnier mit dem Hengst schon gesehen. Hin und wieder wechselten wir die Partner, wenn Platz genug auf dem Weg war, dass man überholen konnte. Julie blieb eine ganze Weile neben Nalani Cosway, die sie noch von Hawaii kannte, da sie dort als Bereiterin für ihre Familie tätig gewesen war. Ihr kleiner Sohn Rocky war auch dabei, er saß auf dem Ponyhengst Alexander, den Nalani als Handpferd führte, während sie selbst auf ihrem Hengst Gamble saß. Es ging eine ganze Weile durch den Wald, vorbei am Uhlbergturm und immer weiter. Unser Ziel war ein Grillplatz, den wir für den heutigen Tag gepachtet hatten. Essen und Getränke würden Sue und Jasper Johannsen dort hinbringen ebenso wie Seile für provisorische Paddocks, in die wir unsere Pferde würden stellen können. Zwei Stunden brauchten wir, bis wir den Platz erreichten, wo schon die Grillstelle angefeuert wurde. Während wir halfen, Bierbänke und Biertische aufzustellen, zog alsbald der leckere Geruch frisch gegrillten Fleisches durch die Luft und diverse Salate und Brotsorten wurden rumgereicht. Ich saß neben Julie auf der Bank, als wir gemütlich aßen und hin und wieder nach den Pferden sahen, die ein Stück entfernt standen, damit sie nichts vom dem Rauch abbekamen.

Nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen hatten, räumten wir alles auf, sammelten den Müll zusammen und trensten unsere Pferde dann wieder auf, um den Heimritt anzutreten. Julie ritt nun neben mir, Pat und Sirius liefen super entspannt, obwohl sie so große Ausrittgruppen nicht wirklich kannten, aber vermutlich ließen sie sich einfach von den anderen Pferden anstecken. Es kam mir irgendwo so vor, als würde der Ritt nicht so lange dauern wie auf dem Hinweg, aber vielleicht lag es auch daran, dass wir gelegentlich trabten, wenn genug Platz war. Fussgänger kamen uns kaum welche unterwegs entgegen, aber es war auch schwülwarm und unangenehm. Wieder am Gestüt angekommen verabschiedeten sich meine Freundin und ich uns dann auch erstmal vom Team und lenkten Pat und Sirius zurück zum Anwesen von Breanna und Logan, wo wir die Pferdchen abduschten und trocken führten. Charmy und Mocha bekamen ebenfalls eine Dusche und ansonsten einen Koppeltag, den sie sich verdient haben. Am späten Nachmittag fuhren Julie und ich noch zum einkaufen fürs Wochenende, das hatten wir Logan und Breanna versprochen, da sie erst spät am Abend wahrscheinlich wieder daheim sein würden. Mit einer DVD und einer Pizza machten wir es uns im Wohnzimmer auf dem Sofa bequem, wo wir aneinander gekuschelt einen Thriller ansahen. War nicht so dolle der Film, aber konnte man angucken. Gegen 23 Uhr gingen wir dann jedenfalls auch zu Bett, es dauerte aber nicht lange, bis unten die Haustür ging und der Rest der Familie eintrudelte.


zuletzt bearbeitet 04.08.2017 20:27 | nach oben springen

#3

RE: Berichte

in Allgemeines 04.09.2017 00:54
von Team Johannsen • 1.085 Beiträge

03.09.2017
... von Julie Aretha Ohlsen

An diesem Morgen wachte ich auf, weil mir irgendwie komisch zumute war. Mein Freund Jerome, der nur mit dunkelblau-karierten Boxershorts neben mir im Bett lag und noch tief und fest schlief, merkte gar nicht, dass ich aufstand, denn wenn er mal schlief, dann konnte neben ihm eine Bombe explodieren und er würde es gar nicht mitkriegen. Jeanine meinte immer, sein Dad wäre genauso, da könnte sie nebenbei lautstark singen und er würde nicht davon wach werden. Ich war kaum auf dem Weg zum Badezimmer, als es mir ganz schlecht und schwummrig wurde und ich mich grad noch so über die Toilette beugen konnte, wo ich mich dann erstmal erbrach. Ich musste mich noch drei weitere Male übergeben, ehe ich aufstehen und mir den Mund ausspülen konnte, damit Jerome ja nichts davon merkte.

Wir hatten gestern Abend nach einem langen Ausritt mit den Pferden gemütlich mit Tante Breanna und Onkel Logan draußen gegrillt und zusammen gegessen, selbst die Johannsens waren unserer Einladung zu einem herzhaften Barbecue gefolgt und rumgekommen. Wahrscheinlich hatte ich da einfach was falsches oder schlechtes gegessen, dass mir deshalb so schlecht war. Großartig Gedanken machte ich mir da nicht drum, stattdessen ging ich leise zurück ins Schlafzimmer, kuschelte mich nochmal ins Bett und weckte Jerome mit zärtlichen Streicheleinheiten, die ihn so erregten, dass er mich auf den Rücken warf und wir heißen Sex hatten.

Nach dem Frühstück mit meiner Familie fuhren Jerome und ich nach Sinsheim in die Therme, da wir dringend etwas Entspannung vom Urlaubsalltag brauchten. Da wir etwas später da waren, waren die meisten Liegen schon belegt und wir bekamen nur eine nahe der Umkleide, aber weit weg vom Becken, was uns aber nicht davon abhielt, schön zu planschen und an der Poolbar den ein oder anderen alkoholfreien Cocktail zu trinken, da wir ja später noch wieder heimfahren mussten. Ich trug einen pinken, ziemlich freizügigen Bikini, der meine Figur gut zur Geltung brachte und Jerome konnte von meinem Anblick kaum genug kriegen. Er massierte mir sanft meine Schultern, hauchte mir viele Küsse auf den Hals und hielt die meiste Zeit meine Hand. Als ich dann mal kurz zum Platz zurückging, um mich etwas auf die Liege zu legen, übersah ich wohl die nasse Pfütze vor dem Eingang der Umkleiden, jedenfalls rutschte ich aus und fiel ich total blöd hin. Ich landete mit dem Arm voran auf dem Boden und knallte mit dem Bauch auf den Putzeimer. "Scheisse", wimmerte ich und versuchte mich aufzurappeln, aber ich hatte totale Schmerzen im Arm und im Bauchbereich. Ein anderer Badegast rief den Bademeister, der wiederrum den Notarzt rief. Auch Jerome war inzwischen aus dem Becken gekommen und als er mich am Boden liegen sah, kam er sofort angerannt. "Julie, alles ok bei Dir? Tut Dir was weh?", fragte er mich und ich deutete auf Arm und Bauch. Mit dem Notarzt, der mich kurz untersuchte und meinte, ich müsse ins nächste Krankenhaus gebracht werden zur weiteren Untersuchung. Ich seufzte und nickte dann einfach, während man mir aufhalf und mich zum Rettungswagen brachte, mit dem ich den kurzen Weg zur Klinik zurücklegen musste. Jerome folgte uns mit dem Auto, nachdem er sich ganz schnell abgetrocknet und angezogen hatte.
Während er gerade im Krankenhaus ankam, wurde ich in einem kleinen Raum vom Bereitschaftsarzt untersucht. Er führte einen Ultraschall am Bauch durch, nahm mir Blut ab und tastete meine Rippen auf Brüche ab, wo er gottseidank nichts fand. Jerome, der nun auch endlich da war, hielt meine Hand und begleitete mich dann zum Röntgen. Er musste allerdings draussen warten, ich bekam die Diagnose ziemlich zeitnah, dass mein Arm wohl gebrochen war. Wenigstens schien es ein glatter Bruch zu sein und so wurde er eingegipst und ich musste im Flur noch warten auf die restlichen Ergebnisse. Es dauerte eine gute Stunde, mein Bauch war glücklicherweise wohl nur etwas ramponiert aber ich hatte keine inneren Verletzungen. Als Dr. Schmidt, ein netter jüngerer Mann, dann mich in den Untersuchungsraum bat, ging Jerome mit rein und setzte sich auf den freien Stuhl neben mich. "Also bis auf den gebrochenen Arm ist soweit alles gut, aber Sie hätten mir sagen sollen, dass sie schwanger sind, denn eigentlich dürfen Schwangere nicht zum röntgen. Ich konnte es an ihren Blutwerten sehen", meinte er, während ich dachte, ich höre nicht richtig. Ich war schwanger? War das der Grund für meine morgendliche Kotzerei? Scheisse, ich hatte nicht geplant, jetzt schon ein Baby zu kriegen. Jerome war auch total blass geworden und er sagte gar nichts, was mich total beunruhigte.

Ich redete noch kurz mit dem Arzt, dann verließen wir die Klinik und fuhren nach Hause. Jerome redete die ganze Fahrt über nur wenig mit mir, die Blässe in seinem Gesicht hatte nicht nachgelassen und ich traute mich nicht, das Thema Baby anzusprechen. Wir waren ja beide noch so jung und Jeromes Mom würde uns den Hals umdrehen, wenn sie erfuhr, dass ich schwanger war. Sie hatte selbst nur ein Kind bekommen und wollte sicher noch eine ganze Weile lang nicht Oma werden. Und Rick garantiert auch nicht Opa. Da würde noch jede Menge Stress auf uns zukommen. Vor meiner Onkel und meiner Tante würde ich es nicht verheimlichen können, Breanna sah mir ja alles im Gesicht an, wenn ich irgendwas hatte. Als wir endlich daheim ankamen, half mir Jerome halbherzig aus dem Auto und wir gingen ins Haus. "Man, was ist denn mit Dir passiert?", fragte mich mein Cousin Cameron, der uns als erstes begegnete. "Hatte nur nen kleinen Unfall, alles ok", sagte ich mit einem gezwungenen Lächeln zu ihm und strich ihm mit der gesunden Hand übers Haar. Breanna und Logan sahen natürlich nicht so begeistert aus und ich musste ihnen alles erzählen. Auch das mit der Schwangerschaft, von der ich nichts gewusst hatte. Während der Autofahrt war mir allerdings eingefallen, dass ich vor einer Weile eine Magen-Darm-Grippe gehabt hatte und die Pille da wohl dann mit ausgeschieden worden war.. Gegen Ende der Grippe, als es mir schon etwas besser gegangen war, hatten Jerome und ich schon wieder Sex miteinander gehabt und da musste es wohl passiert sein. Ein dummer Fehler meinerseits, weil wir ja mit nem Kondom verhüten hätten können statt es einfach ohne zu machen.

Ich ging an diesem Abend früh zu Bett, da ich ziemlich müde war und schlief, nachdem ich endlich eine passende Position gefunden hatte, bei der ich nicht auf dem schmerzenden Arm lag, ziemlich schnell ein. Als ich am frühen Morgen um kurz nach 5 Uhr aufwachte, war die Seite im Bett neben mir leer, Jerome war anscheinend schon wach und wahrscheinlich in der Küche oder im Bad. Ich setzte mich auf, rieb mir den immer noch etwas lädierten Bauch und nahm einen Schluck aus der Flasche Mineralwasser, die ich am Vorabend auf den Nachttisch gestellt hatte. Kaum hatte ich diesen heruntergeschluckt, wurde es mir auch schon schlecht und ich hechtete ins Bad. Jerome war gerade dabei, sein Shampoo einzupacken und hatte nur ein weisses Handtuch um die Hüfte gewickelt. Er sah mich total komisch an und ließ mich dann allein. Als ich mich schließlich übergeben hatte und wieder meinen Mund etwas ausgespült hatte, ging ich zurück ins Schlafzimmer, wo mein Freund bereits seinen Koffer aus dem Schrank holte und seine Sachen reinwarf, als hätte er es eilig. "Wo willst Du denn hin?", fragte ich ihn ganz verwirrt. "Ich fliege zurück nach Hause. Der Gedanke daran, dass wir bald ein Baby bekommen, macht mich ganz verrückt und ich habe die halbe Nacht darüber nachdenken müssen. Ich möchte jetzt noch kein Baby. Muss mir erstmal selber darüber klarwerden, aber das kann ich hier nicht", sagte er mit kalter, aber dennoch irgendwie trauriger Stimme und packte den Rest total verknüllt ein. Ehe ich was sagen konnte, hatte er den Koffer zugemacht und verließ das Zimmer. Mir kamen die Tränen, ich sank auf den Boden und weinte die Tränen der Verlassenen. Mein Herz war in diesem Augenblick gebrochen und als Tante Breanna reinkam und fragte, wo Jerome hin sei, konnte ich ihr nur eine verheulte Antwort geben, dass er das Baby nicht wolle und mich auch nicht. Sie nahm mich in ihre Arme, drückte mich fest an sich und fing ebenfalls an zu weinen. Bei ihr waren es wohl mehr die Hormone, da sie ja ebenfalls schwanger war, wenn auch schon weiter als ich.

Den restlichen Abend über schloss ich mich in meinem Zimmer ein und vergrub mich unter der Bettdecke, ich stand nur auf, wenn es gar nicht mehr anders ging und ich aufs Klo musste. Immer wieder klopfte es an meiner Tür, aber ich reagierte nicht, denn ich wollte niemanden sehen und schon gar nicht mit irgendjemandem sprechen. Schließlich wurde es im Haus ruhiger, als alle ins Bett gegangen waren und ich fiel selbst in einen unruhigen Schlaf


zuletzt bearbeitet 04.09.2017 01:08 | nach oben springen

#4

RE: Berichte

in Allgemeines 13.09.2017 19:39
von Team Johannsen • 1.085 Beiträge

13.09.2017
von Julie Aretha Ohlsen

Als ich aufwachte, war mein Kissen immer noch feucht. Die halbe Nacht hatte ich gegrübelt, geweint und mir viele Gedanken gemacht, ob meine Entscheidung, das ungeborene Baby abzutreiben, wirklich richtig war. Am Vormittag war der Termin dafür, nachdem ich einige Wochen Bedenkzeit und ein weiteres Gespräch mit der Frauenärztin diesbezüglich gehabt hatte. Mein 5-Jahre-Plan sah keine Kinder vor, sondern meine Karriere etwas zu festigen, vielleicht irgendwann ein Haus kaufen und einen Partner zu finden, mit dem ich vielleicht Hochzeit feiern konnte. Ein Baby war nicht dabei. Vielleicht so in 7 oder 8 Jahren, wenn ich älter und reifer war und genug Erfahrungen im Leben gesammelt hatte. Diese Gedanken bereiteten mir viele Kopfschmerzen, die nur von der ständigen Morgenübelkeit noch getoppt wurden.

Ich döste irgendwann in der Nacht dann doch ein, aber als der Wecker um 7 Uhr klingelte, war ich wie gerädert und total kaputt. Meine Augen sahen im Spiegel total rot und verheult aus, ich rubbelte mir kaltes Wasser ins Gesicht und ging dann unter die Dusche, wo ich mich gründlich einseifte und bald 15 Minuten unter dem Wasser stand, ehe ich mich in ein Handtuch wickelte und mit wenig Sorgfalt meine Haare fönte und dann zusammenband. Bequem angezogen knabberte ich dann ein paar Haferkekse und trank in der Küche einen Kräutertee. Tante Breanna war auch schon wach, sie schob ihre dicke Kugel fröhlich vor sich hin, sie war ja auch keine 18 mehr. Wie sich herausgestellt hatte, würden es statt einem Baby doch zwei werden, das zweite hatte sich wohl beim ersten Ultraschall etwas versteckt, aber vor einigen Wochen war es dann doch gesichtet worden und meine Tante schier vor Freude geplatzt, auch wenn der Schock sie doch anfangs im Griff gehabt hatte. Auch Onkel Logan hatte sich inzwischen an den Gedanken gewöhnt, dass er bald 6facher Vater war. Ich glaube, die Beiden hatten nie vorgehabt, soviele Kinder zu haben, aber manchmal spielt einem das Schicksal eben seine Streiche. So wie mir und Jerome. Ich hatte von ihm nichts mehr gehört, auch auf meine Whatsapp-Nachricht, dass ich heute den Termin für die Abtreibung hatte, war keine Antwort gekommen. Gelesen hatte er es aber.

Als ich dann gefrühstückt und meiner Übelkeit gefrönt hatte, machte ich mich fertig und stieg zu meiner Tante ins Auto, die mich bei diesem schweren Gang begleiten wollte. Ich war ihr und Logan sehr dankbar für ihre unbegrenzte Unterstützung, egal, wie ich mich letzten Endes entscheiden würde. Und da ich nun die Abtreibung vornehmen lassen würden, waren sie an meiner Seite. Umso näher wir der Praxis kamen, umso nervöser und aufgeregter wurde ich. Mein Herz raste wie ein Ferrari auf der Autobahn, so schlimm war es nicht mal auf Turnieren, wenn ich mit Lampenfieber kämpfte. Im Gesicht war ich bestimmt ganz bleich und grün, aber da musste ich nun durch. Vorne an der Rezeption wurde ich von der Arzthelferin freundlich begrüßt, ich musste noch kurz warten, ehe ich dann in den Behandlungsraum durfte. Mir drehte sich alles im Kopf, als die Ärztin dann schließlich dazu stieß und meinen Blutdruck kontrollierte, der verständlicherweise ziemlich hoch war. "Ist alles bei Ihnen in Ordnung Frau Ohlsen?", fragte sie mich freundlich und ich nickte einfach nur. Ich musste mich nun entkleiden, während sie alles vorbereitete auf dem Tischchen neben dem Behandlungsstuhl. "Nehmen Sie Platz", bat mich die Ärztin dann und ich tat es schließlich, auch wenn ich mich furchtbar elend fühlte. Unbequem war der Stuhl ja sowieso immer, aber heute war es noch unbequemer und als dann die Helferin kam, um der Gynäkologin zu assistieren, war mir Angst und bange. Sie gaben mir eine Spritze, damit ich nicht soviel merkte oder Schmerzen hatte, mir wurde leicht schwummerig davon.

Mir kamen jede Menge Gedanken, was ich meinem ungeborenen Baby damit antat, obwohl es nichts dafür konnte. Der sterile Raum um mich rum drehte sich und mir war ganz schlecht, als ich schließlich sagte: "Stop, ich will das nicht". Gottseidank hatte die Ärztin noch nicht angefangen, sie sah mich an und nickte mir dann zu. Ich rappelte mich auf, musste allerdings noch ein bisschen im Raum bleiben, bis die Wirkung der Spritze nachließ und dann ging ich langsam und behäbig aus dem Zimmer. Breanna, die im Warteraum saß, entdeckte mich gleich und fragte, wie es gelaufen sei. "Ich habe es nicht machen lassen, ich kann nicht", sagte ich nur als Antwort und sie streichelte mir sanft übers Haar. "Wir kriegen das hin, ein Esser mehr oder weniger fällt da auch nicht ins Gewicht", sagte sie zu mir und führte mich dann zum Auto.

Wir fuhren schließlich heim, wo ich mich erstmal hinlegte. Am Mittag piepste mein Handy, zuerst wollte ich es ignorieren, aber als es nach weiteren Minuten wieder piepste, guckte ich doch nochmal hin. "Hast Du es machen lassen?", schrieb Jerome in der ersten Nachricht. "Bitte antworte doch", in der zweiten. Kurz und bündig schrieb ich nur "Nein, ich konnte nicht" zurück und wartete. Es verging eine ganze Stunde, bis endlich eine Antwort zurück kam. "Okay, kann ich verstehen. Das Kleine kann ja nichts für unseren Fehler". Ich war nun ganz verwirrt. Wollte er das Baby nun oder nicht? "Ich kriege das mit dem Baby schon irgendwie hin", schrieb ich zurück, worauf nichts mehr von ihm kam.


zuletzt bearbeitet 13.09.2017 19:39 | nach oben springen

#5

RE: Berichte

in Allgemeines 07.10.2017 22:39
von Team Johannsen • 1.085 Beiträge

07.10.2017
von Julie Aretha Ohlsen

Ich war heute mit dem Training der Ponystuten Dariana und Milae beschäftigt. Da sie nicht so oft auf Turniere gehen, aber dennoch nicht einrosten sollen, hatten mich die Johannsen damit beauftragt, mich um sie zu kümmern. Meine Schwangerschaft war ja inzwischen schon etwas fortgeschritten, im 4. Monat sah man bereits eine leichte Rundung am Bauch und ich hatte bereits 1,5kg zugenommen. Dafür fühlte ich mich jetzt deutlich wohler als am Anfang, denn die morgendliche Übelkeit war so schnell gegangen, wie sie gekommen war. Für den Geburtsvorbereitungskurs hatte ich mich nun auch schon angemeldet, ich machte mir viele Gedanken in letzter Zeit und wir hatten eine Wohnung für mich gemietet, wo auch ein Kinderzimmer vorhanden war. Der Umzug war schon gemacht, Tante Bree und Onkel Logan sowie die Kinder riefen mich täglich an, damit ich mich nicht so einsam fühlte. Das tat ich sehr oft in der vergangenen Zeit. Nur die Arbeit mit den Pferden und den netten Kollegen munterte mich etwas auf.
So saß ich auch heute auf Dari und ritt sie auf dem Dressurplatz etwa vorwärts-abwärts und einige Dressurlektionen der Klassen E und A. Neben mir war auch noch Marc Dawson, der einen hübschen schokobraunen Hengst mit dem Namen San Tiero SHJ ritt, mit auf dem Platz, wir waren beide warm angezogen, denn es war ziemlich frisch und kühl. Er gab mir hin und wieder ein paar Tipps, aber eigentlich gingen wir uns sonst meistens aus dem Weg. Dari, eine in Vesland gebrannte Reitponystute, war ja schon fertig ausgebildet, ging unter mir eine entspannte Trainingseinheit, es machte mir Spaß, wieder auf dem Pferderücken zu sitzen. Mit Milae wollte ich später noch etwa ausreiten, mit ihr hatte ich die letzten Tage an ihrer weiteren Ausbildung gefeilt, aber bald sollten die Ponydamen alle gedeckt werden, dann würde ich sie nur noch locker reiten oder am Boden bewegen.

Nach etwa einer Stunde, als Dari dann trocken war, brachte ich sie zur Weide, nachdem sie abgesattelt war, wo ich mir dann Mila einsammelte. Die 4jährige Reitponystute kam vom selben Züchter wie Dari, war ebenfalls braun und eine Vesländerin. Allerdings war Mila eher etwas anstrengend, da sie manchmal etwas zickig und frech sein konnte. Aber das würde sich hoffentlich auch noch verlieren, wenn sie älter wurde. Ich putzte sie gründlich über, legte ihr dann den Sattel auf und die Trense an. Nachdem ich meine Reitkappe wieder auf- und meine Handschuhe angezogen hatte, schwang ich mich in Milas Sattel und wir ritten vom Hof. Zwischendurch musste ich nochmal den Gurt nachziehen, aber das ging ja ziemlich schnell. Ich lenkte sie auf den Feldweg, der am Hof vorbei führte und wir konnten von dort aus sogar zum Flughafen rüberschauen. Eine Weile beobachtete ich immer wieder die Start- und Landebahn, während Mila unter mir brav im Schritt zockelte und darauf wartete, dass ich ein schnelleres Tempo anpeilte. Das machten wir dann auf dem Waldweg, wo rechts und links genug Platz für eventuelle Fussgänger war. Leider windete es ein bisschen, sodass es mich etwa fror und mir schließlich dann die Nase etwas tropfte. Die Blätter am Boden waren herbstlich-bunt gefärbt und uns kamen ein paar Leute mit Hund entgegen, die ich freundlich grüßte. Auf einer großen Lichtung ließ ich meine Ponydame dann angaloppieren, aber nur für eine kurze Strecke. Mila streckte sich ordentlich und flog förmlich vor sich hin.
Eine weitere Rechtskurve später kamen wir wieder auf einem Feldweg raus, wo wir dann im Schritt weiterritten, den Hof erreichten wir nach etwa 30 Minuten dann auch wieder.

Da ich nun heute nichts mehr groß zu tun hatte, fuhr ich schließlich zu meiner Wohnung zurück, nachdem ich Mila versorgt hatte. Unterwegs fuhr ich noch einkaufen, ich hatte in letzter Zeit Gelüste für Erdbeeren entwickelt, die es zu dieser Jahreszeit kaum noch zu kaufen gab, aber der Laden um die Ecke hatte meist ganzjährig welche. Mit der Einkaufstüte bepackt, trottete ich die 4 Treppen zu meiner Wohnung hoch und schloß dann die Tür auf. Als ich reingehen wollte, klappte mein Mund auf und ich war total erschreckt, da lagen rote Rosenblätter auf meinem Boden. Eine Spur führte ins Wohnzimmer, leise Jazzmusik tönte durch den Flur. Was war denn jetzt los? Hatte ich was verpasst? Ich stellte die Tüte ab, schloß die Haustür hinter mir und folgte der Spur. Es standen einige Kerzen auf der Kommode und meinem Couchtisch und auf meinem Sofa saß... Jerome.
Jetzt war ich wirklich total verwirrt? Was wollte er denn hier? Die letzten Wochen hatte ich so gut wie nichts von ihm gehört, dafür hatten sich Jeanine und Rick immer mal gemeldet, um sich nach mir und dem ungeborenen Baby zu erkundigen. Scheinbar hatte Jerome es ihnen gesagt, dass ich es behalten und selber großziehen würde. "Jerome, was machst Du hier? Wie bist Du überhaupt hier reingekommen?", fragte ich ihn. Er saß auf meinem Sofa, in seiner ausgeblichenen Jeans, die seinen Po so gut aussehen ließ und dem rotschwarz-karierten Flanellhemd, in dem er immer wie ein Holzfäller aussah. "Ich will Dich zurück. Dich und unser Baby. Bevor Du jetzt was sagst, lass mich erst das machen, was ich geplant hatte", sagte er und ließ sich auf die Knie fallen. In meinem Kopf fuhren meine Gedanken grade Achterbahn, ich wusste nicht, was ich sagen oder wie ich reagieren sollte. "Süße, es tut mir wahnsinnig leid, dass ich Dich im Stich gelassen habe, als Du mir gesagt hast, dass Du schwanger bist. Ich weiß, ich bin ein absoluter Dummkopf, aber ich wusste einfach nicht, wie das mit uns weitergehen sollte und ich habe in der letzten Zeit mir den Kopf zermartert und hin und her überlegt, aber ich will Dich und unser Baby. Mir wurde klar, dass ich so eine tolle, starke und unabhängige Frau wie Dich nie wieder finden werde und ich möchte unserem Baby ein toller Vater sein. Und Dir ein liebevoller, verantwortungsvoller Ehemann, auch wenn ich noch viel lernen muss. Willst Du meine Frau werden?", kam von ihm. Es hörte sich wirklich ernst an und mir wurde einen Augenblick ganz schwindelig. "Ich weiß, ich sollte darüber nachdenken, aber ich liebe Dich von ganzem Herzen und ich will, dass wir eine Familie werden. So stark wie deine Familie und so stark wie meine. Aber dazu müssen wir wohl beide dazu lernen. Ja, ich will deine Frau werden", antwortete ich nach einer kurzen Weile und wir fielen uns gegenseitig in die Arme, um dieses Versprechen mit einem etwas feuchten Kuss zu besiegeln, weil mir die Tränen kamen.

Später am Abend riefen wir Jeromes Eltern über Skype an, um es ihnen zu erzählen. Sie waren etwas geschockt am Anfang, denn Jerome hatte es ihnen scheinbar noch nicht gesagt sondern nur, dass er ein paar Tage Urlaub machen wollte. Wir zeigten ihnen auch den Ring, den er mir nach unserem Kuss angesteckt hatte und sie gratulierten uns schließlich herzlichst, nachdem der erste Schock rum war. Heiraten wollten wir auf jeden Fall auf Hawaii, einfach wegen dem besseren Wetter und andererseits, weil wir uns dort dann niederlassen wollten in einem eigenen kleinen Haus, indem in ein paar Jahren noch ein weiteres Baby hoffentlich Einzug halten würde. Wir hielten nämlich beide nichts von Einzelkindern. Natürlich fuhren wir dann direkt am selben Abend noch zu Breanna und Logan, um es ihnen auch mitzuteilen, dass wir bald heiraten würden. Sie freuten sich wie kleine Kinder an Weihnachten und schienen auch nicht enttäuscht zu sein, dass wir in 1-2 Monaten wieder nach Hawaii gehen würden. Allerdings planten wir unsere Hochzeit erst nach der Geburt unseres Babys, denn ich wollte in einem hübschen Hochzeitskleid heiraten und nich in einem Zirkuszelt, weil mir dann nichts anderes mehr passte. Für Jerome war es vollkommen okay, er verstand es.


zuletzt bearbeitet 07.10.2017 23:27 | nach oben springen

#6

RE: Berichte

in Allgemeines 30.12.2017 22:57
von Team Johannsen • 1.085 Beiträge

30.12.2017
von Breanna James

Manchmal gibt es Tage, da ist man stolz auf seine Kinder. Tage, an denen vielleicht einer eine 1 in Mathe mit nach Hause bringt oder Tage, wo einfach mal alles so läuft, wie man es sich wünscht. Dann aber wiederum gibt es Tage, in denen man sich einfach in den Kopf schießen möchte, um alles so schnell wie möglich zu beenden. So einer ist heute. Logan und ich waren schon am frühen Morgen von unserem gemieteten Ferienhäuschen mit Nathan, Cameron, Amber und Aimee zum Einkaufen gefahren, um noch die restlichen Sachen fürs Raclette an Silvester zu besorgen. Nachdem die Kinder jeweils ihre Wünsche geäußert und wir die frischen Lebensmittel bereits im Einkaufswagen gestapelt hatten, ging es dann zum Knallerbereich, wo jede Menge farbenfrohe Verpackungen mit Böllern, Batterien, Raketen und Kinderfeuerwerk uns entgegen blitzten. Wenn ich alleine wäre, würde ich gar nichts kaufen, denn für mich ist die Knallerei unnötiges Geld rausschmeißen, da könnte ich im Grunde auch gleich einfach Geldscheine anzünden. Aber die Kinder mögen es eben und so kaufen wir alljährlich jeweils ein bisschen Knallzeug, damit alle zufrieden sind. An diesem Tag jedoch konnte sich unsere Rasselbande jedoch nicht wirklich entscheiden, selbst Logan schlich immer wieder ums Regal, las hier etwas nach, nahm dort etwas in die Hand, um es zu mustern. Manchmal war er doch selbst wie ein kleiner Junge. Ich rollte mit den Augen, seufzte lautstark, ging noch ein bisschen die anderen Regale auf und ab, um zu gucken, ob wir nicht doch irgendwas vergessen hatte und als ich zurück kam, fiel ich beinahe in Ohnmacht. Der ganze Einkaufswagen war nun rappelvoll bis obenhin und mein Mann und meine Kinder wollten gerade noch mehr einpacken. "Das reicht jetzt aber, damit kann ja eine halbe Armee Silvester feiern", schimpfte ich, schob den Wagen gen Kasse, wo ich alles aufs Band packte. Am Ende bekam ich eine dicke fette Rechnung präsentiert, die ich schnaubend per EC-Karte bezahlte. Logan und die Kinder schoben den schweren Wagen zum Auto, allesamt mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Daheim angekommen, ich hatte die ganze Zeit auf dem Beifahrersitz unseres Vans geschmollt, überließ ich das ausräumen des Kofferraums meinem Mann und ging stattdessen nach unseren jüngsten Zwillingsmädchen Jeanny Rose und Zoey Juliet gucken. Julie und Jerome saßen mit den Beiden im Wohnzimmer, wo sie sie mit Spielzeug beschäftigt hielten. Meine Nichte und ihr Verlobter konnten damit schonmal für ihr erstes eigenes Baby üben. Es dauerte ja auch nicht mehr lange, bis es bei den Beiden soweit sein und ein neuer Erdenbürger das Licht der Welt erblicken würde. Wir wussten bereits, dass es ein Junge werden würde und sowohl Logan und ich als auch Jeromes Eltern Jeanine und Rick waren total gespannt auf den kleinen Bub. Ich hoffte ja immer noch, dass er wie Julie auch rothaarig werden würde, aber da mussten wir wohl noch ein bisschen warten, bis wir das wussten.

"Mom, ich geh jetzt Landliebe reiten", rief mir mein ältester Sohn Nathan zu und schwups, war hinter ihm die Tür ins Schloss gefallen. Jaja, dachte ich nur und ging rüber in die Küche, um nach dem Rechten zu schauen. Logan hatte gottseidank alles ordentlich verstaut und so konnte ich ein bisschen mich auf die Eckbank setzen und an meinen Babysöckchen weiterstricken. Julie und Jerome leisteten mir Gesellschaft und sahen sich Kataloge mit Babykleidung und Wickelkommoden an. Gemeinsam tranken wir Tee und ich machte mir nebenbei Gedanken, was ich zum Mittagessen kochen würde. Letztendlich entschied ich mich für Putengeschnetzeltes mit Reis und Salat. Logan war nirgends zu sehen, wahrscheinlich hatte er die anderen Kiddies geschnappt und Nathan rüber nach Kailua Events rüber gefahren, wo sein Weihnachtsgeschenk stand, die Westfalenstute Coopers Landliebe, die ihm seine Patentante Jeanine überlassen hatte, damit er später mal in ihre Fußstapfen treten konnte. Weil mich so langsam der Hunger plagte, legte ich meiner Nichte einen großen Kopf Eisbergsalat hin, damit sie ihn schneiden konnte und Jerome durfte das Fleisch schnibbeln und die Paprika. Ich kochte währenddessen schonmal den Reis ab und machte dann das Geschnetzelte fertig. Bis das alles geköchelt hatte, waren auch meine Pappenheimer wieder da und wir setzten uns an den großen Tisch, um gemeinsam zu essen.

Später am Tag, nachdem ich alles gespült und weggeräumt hatte, rief ich daheim in Deutschland bei meiner Mutter an, die unsere dortigen Pferde hütete und erkundigte mich nach dem Wohlbefinden von den Klepperchen und natürlich ihr. Wir würden ja auf Hawaii bleiben, bis Julie und Jerome ihr Kind bekamen. Geplant war Anfang/Mitte Januar, unser Ferienhaus war bis Ende Januar gebucht, konnte aber zur Not auch noch verlängert werden. Als draußen langsam die Sonne unterging, nahm ich Logans Hand, zog ihn hinter mir her auf die Terrasse und wir knutschen leidenschaftlich im Sonnenuntergang. Danach brachten wir dann die kleineren Kinder ins Bett, während Nathan Romeo noch auf der Playstation spielte, aber um 22 Uhr wurde auch er ins Bett geschickt und mein Mann und ich kuschelten noch ein wenig auf dem Sofa, bis wir schließlich den Weg ins Bett fanden.

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#7

RE: Berichte

in Allgemeines 21.01.2018 23:23
von Team Johannsen • 1.085 Beiträge

21.01.2018
von Jerome Rosenberg

"Hey Mister, nicht schlafen. Lass Mocha da vorne bei dem Sprung etwas mehr Freiheit". Die strenge Stimme meines Vaters drang erst wenige Augenblicke später an mein Ohr, als wir grade dabei waren, den Sprung zu nehmen. Ich gab meiner flotten Schimmelstute gerade noch so etwas mehr Zügel als üblich vor, als wir über den Baumstamm sprangen und dahinter dann durch das Wasserhindernis galoppierten, sodass das Wasser aufspritzte und sich Tropfen auf meinem Reitstiefel niederließen. Ich war wohl etwas abgelenkt von Julie, die neben meinem Dad stand, in ihrem süßen flatternden blau-weiss geblümten Sommerkleid, welches ihr um die schlanken Beine wehte. Mit dem ausladenden Schwangerschaftsbauch sah sie echt heiß aus, da kam "Mann" echt auf interessante Gedanken. Als ich das in meinem Kopf hörte, klang das ganz so, als würde es mich extra anmachen, wenn sie schwanger war, aber ich war eben noch jung und die Beule in meiner Reithose machte sich leicht schmerzhaft bemerkbar. Reg Dich ab, Jerome, schalt ich mich selbst in Gedanken und Mocha, die gottseidank so gut ausgebildet war, dass sie auch alleine entscheiden konnte, nahm den Sprung über das Gatter mit ihrer antrainierten Souveränität. "Jerome, Junge, du bist hier doch nicht auf dem Spielplatz", schimpfte mein Dad und scheuchte mich nun extra über die schweren Sprünge, wo ich keine Zeit zum nachdenken bekam.

Gottseidank war das Training dann auch bald zuende und Julie half mir mit Mocha, als ich sie abgeritten hatte. Die Stute bekam noch eine wohltuende Dusche und durfte dann zu ihren Mädels auf die Weide. Natürlich erst, nachdem sie vorher noch die ein oder andere Karotte und Schmuseeinheiten abgestaubt hatte. "Sie hat sich wirklich zu einem tollen Pferd gemausert", lobte Julie sie und ich lächelte stolz. "Du siehst heute echt sexy aus in dem Kleid", sagte ich zu meiner Verlobten, um sie abzulenken. "Achja und sonst nie?", neckte sie mich und ich zog sie mit einer schnellen Handbewegung an mich, um ihr einen leidenschaftlichen Kuss zu geben. Meine Hände wanderten langsam und zärtlich streichelnd ihren Rücken hinab und legten sich schließlich wie von Geisterhand auf ihren runden Po, um sie noch näher an mich zu drücken. "Da ist heute aber einer besonders froh, mich zu sehen", sagte Julie lachend zu mir, denn sie hatte meine Erektion bemerkt und rieb sich extra absichtlich etwas an mir. "Sei froh, dass ich gerade zuviel anhabe, sonst würde ich Dich ins Strohlager ziehen und vernaschen", meinte ich frech zu ihr. Bei diesem Gedanken mussten wir beide schmunzeln, schließlich hatten wir es schon öfters dort drin miteinander gemacht.

Als sich da unten wieder alles beruhigt hatte, gingen wir gemeinsam zu den Weiden, sahen händchenhaltend den Pferden beim grasen zu und plauderten über dies und jenes. Reiten tat Julie in der letzten Zeit nicht mehr, da sie mit ihrem Bauch nicht mehr hochkam und auch kein unnötiges Risiko eingehen wollte. "Da fehlen noch ein paar süße kecke Fohlen", meinte Julie und ich antwortete: "Lass das bloss nicht meine Ma hören, die jammert jetzt schon rum, dass wir zuviele Pferde haben". Wir lachten daraufhin beide. Laskir, ein lackschwarzer Schönling und zugleich der ganze Stolz meiner Eltern, und sein Weidekumpel Frodo, tobten gerade miteinander herum, es war wirklich ein einmaliges Schauspiel, wie der Rappe mit der tollen Kopfzeichung und der Braune mit den etwas kräftigeren Beinen über die Weide galoppierten, als wären sie von Bienen gestochen worden. Kleinere Grasbüschel und Erde stoben hinter den beiden Hengsten auf und Julie zückte ihr Handy, um ein Video zu machen, als sie aufschrie und sich plötzlich den Bauch hielt. "Scheisse, ich glaub, ich kriege Wehen", rief sie mit schmerzverzücktem Gesicht und ich führte sie zurück zum Stall, wo ich erstmal nach meinem Dad rief, der im Stall gerade dabei war, mit Alexis und June, den beiden Bereiterinnen, die Trainingspläne für die nächsten Tage durchzugehen. "Ja, was ist?", rief er zurück und kam zu uns. "Ich glaub, es geht los", sagte ich nur und zeigte auf Julie, die sich gerade erneut krümmte. "Okay, ich hole den Wagen und fahre euch rüber ins Krankenhaus", meinte mein Dad. Während sich die Wartezeit gefühltermassen schier ins Unendliche zog, redete ich beruhigend auf meine süße, liebe Julie ein.

Bis wir endlich im Krankenhaus waren, dachte ich zahlreiche Male, der kleine Bub würde im Auto zur Welt kommen. "Dad, geht das nicht schneller?", fragte ich wiederholt meinen Vater, der nur grummelte, dass es zwar schneller ginge, aber wir dann garantiert im Straßengraben oder an einem Baum enden würden. Als ich dann endlich das leuchtende rote Kreuz auf dem eher schlichten grauen Gebäude am Ende der Straße sah, atmete ich auf und sprang aus dem Auto wie ein Wilder, um an der Rezeption Bescheid zu geben, dass meine Verlobte in den Wehen lag. Es war mir total egal, dass ich noch mein Reitoutfit anhatte, denn zum umziehen hatte ich keine Zeit gehabt. Mein Dad hingegen grinste mich nur an und dachte sich seinen Teil. "Ich hab Breanna und Logan angerufen, sie kommen, so schnell sie können. Die müssen erst einen Babysitter für ihre Kinderhorde finden", sagte er mit einem leisen Lachen. Ein Pfleger und eine Schwester, die mich erst komisch musterten wegen meiner nicht ganz passenden Klamotten, folgten mir mit einer rollbaren Trage und halfen Julie, sich dort drauf zu legen, ehe sie sie in den Kreißsaal schoben. "Doktor Kahele ist schon verständigt", meinte die blonde Schwester mit dem wippenden Gang, die mir ein freundliches Lächeln zuwarf und dann meinte, es würde schon alles gutgehen. "Ich warte dann mal besser hier draußen", rief mein Dad uns noch hinterher, als wir in den hellbeleuchteten Raum gingen. Der Arzt wartete schon dort auf uns und untersuchte Julie, die meine Hand hielt, erstmal. Es dauerte ein Weilchen, aber dann stand eindeutig fest, dass unser Nachwuchs dringend auf die Welt wollte. Sie bereiteten alles für die Geburt vor, aber ich war ganz in Gedanken bei Julie, strich ihr immer wieder über den Arm oder ihr die Haare aus den Augen. "Sssscht, alles wird gut, Du wirst es schon sehen", flüsterte ich ihr zu und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Wir waren beide noch sehr jung, aber ich bin mir sehr sicher, dass mein Dad bei meiner Ma, als sie mich geboren hat, mindestens genauso aufgeregt war wie ich in diesem Moment.

Julie wurde jetzt immer öfters von Wehen geplagt, sie schrie, sie atmete schwer, sie warf mir Sachen wie "Du darfst Deinen Dödel nie wieder in meine Nähe bringen" an den Kopf, aber ich versuchte, cool zu bleiben, um ihr beizustehen. Im Internet hatte ich viele Berichte darüber gelesen, dass Frauen bei Geburten ziemlich schroff werden konnten, um es mal nett auszudrücken. Stundenlang lag meine arme Julie in den Wehen, der Kleine schien sich viel Zeit zu lassen und so wurde ich langsam doch nervös. Die Zeit kleckerte vor sich hin, aber nach etwa 6 Stunden kündigte sich unser Bub dann doch an. Julie presste, schnappatmete und drückte, während der Arzt dem kleinen Jungen auf die Welt half und bei der letzten Presse rutschte er dann raus wie ein Pinguin auf Eis. Die Schwester nahm unser Baby auf den Arm, wickelte ihn in ein Tuch und rieb ihn etwas ab, ehe sie ihn mir reichte. "Ihr Sohn ist ein wirklicher Prachtbursche", sagte sie zu mir und Stolz schwoll in meiner Brust an, als ich ihn ansah. Mein Herz schlug schneller und ich musste mich echt zurück halten, nicht laut los zu jubeln und meine Freude überall zu verkünden. "Schatz, guck, unser Sohn", sagte ich liebevoll zu Julie und legte ihr den Kleinen in ihre Arme. Sie weinte, ich küsste ihre Freudentränen weg und bat die Schwester, ein Foto von uns zu machen, was sie dann auch tat. Ich fühlte mich nie glücklicher als in diesem Augenblick.

Meine Eltern sowie Breanna und Logan durften dann auch zu uns rein, sie gratulierten uns herzlich zu unserem Wonneproppen und wollten wissen, welchen Namen der Kleine denn nu bekommen würde. Wir hatten bis zuletzt diesen geheim gehalten. "Er soll Yannis Rick Rosenberg" heißen und nu rollten auch bei meinem Vater ein paar Tränen. Sein Enkel bekam als Zweitnamen seinen Namen, Julie und ich fanden beide, dass das echt angemessen war, denn auch wenn mein Dad ein manchmal rüder und strenger Lehrer war, so war er doch ein liebevoller Vater, der seine Familie über alles liebte und alles für sie tun würde. Das war ein seltener Moment, deshalb zückte meine Ma ihr Handy und knipste ihn dabei. Das ließ ihn dann doch lachen und wir gaben unseren Jüngsten in die Hände der Schwester, die ihn nun erstmal richtig versorgen würde.
Nach zwei Stunden, ich konnte nicht umhin, nochmals nach Yannis zu gucken, fuhr ich dann schweren Herzens mit meinen Eltern zu ihnen nach Hause, Julie würden wir dann morgen abholen können, wenn alles so lief wie geplant. Immer wieder sah ich mir das Foto von uns drei an und schlief schließlich auch ein, wo ich von unserer kleinen Familie träumte. In 2 oder 3 Jahren würden wir noch ein Baby hoffentlich in die Welt setzen, denn Yannis sollte kein Einzelkind bleiben, aber fürs erste reichte uns unser kleiner Bub.


zuletzt bearbeitet 21.01.2018 23:33 | nach oben springen

#8

RE: Berichte

in Allgemeines 02.04.2018 16:01
von Team Johannsen • 1.085 Beiträge

02.04.2018
.. von Breanna James


Die warme Sonne Hawaiis lachte strahlend vom Himmel über der Insel Oahu herab. Wir hatten uns alle über Ostern auf Kailua Events versammelt, denn Julies und Jeromes Sohn Yannis Rick sollte heute seine kirchliche Taufe erhalten. Eine große Menschenmenge hatte sich angekündigt, ok, allein Logan und ich hatten ja schon unsere 6 Kinder so wie unsere Eltern dabei, schließlich war Julie sowas wie eine Tochter für uns, auch wenn sie eigentlich nur meine Nichte war. Auch Jeanines und Ricks Eltern sowie Jessica, Ben, die Thompsons vom nahegelegenen Hof Sporthorses Thompson und natürlich die Bauers vom PS Ginelli. Vicki und Jeromes Schwester Jessica sollten die Paten von Yannis werden. Ich war sehr traurig darüber, dass Julies Eltern das nicht mehr miterleben konnten, aber manchmal spielte einem das Schicksal einfach böse Streiche. Die Taufe selbst sollte in einer kleinen Kirche im Ort stattfinden, wir hatten am gestrigen Tag dort schon gemeinsam alles geschmückt mit Blumen, Schleifen und Zweigen geschmückt. Für den Transport aller Anwesenden hatten wir extra einen Fahrdienst organisiert, der uns mit kleinen 9-Sitzer-Bussen zur Kirche bringen würde.

Julie und Jerome hatten sich hübsch angezogen, unsere Nichte trug ein nettes kupferfarbenes Cocktailkleid während Jerome einen schwarzen Anzug gewählt hatte. Die Beiden gaben echt ein süßes Paar ab. Da fühlte ich mich gleich wieder an Logan und mich in den Anfangszügen unserer Beziehung erinnert. Unsere Liebe war von Jahr zu Jahr stärker geworden und wir konnten kaum noch ohne einander. Ich hatte ein Kostüm in creme gewählt, während mein Mann ebenfalls wie Jerome einen schwarzen Anzug trug. Unsere Kinder waren auch alle in Schale geschmissen, allerdings etwas bequemer aber dennoch festlich. Meine Eltern, die inzwischen wieder zusammen lebten und in einer Beziehung waren, unterhielten sich mit Logans Eltern. Seine Schwester und ihr Mann sowie die Kinder hatten leider nicht kommen können, sie hüteten die Pferde von unseren Schwiegerleuten, hatten aber trotzdem eine Karte und ein Video geschickt.

Als wir in der Kirche ankamen, begrüßte uns der Pfarrer schon. Die Paten und Eltern wurden nach vorne gebeten mit dem Kleinen, während wir uns alle hinsetzten und den Worten des Pfarrers lauschten. Wir gingen eigentlich eher selten in die Kirche, aber gläubig waren wir ja trotzdem, ich brauchte nur nicht unbedingt eine Kirche dafür. Zwischendurch wurde etwas gesungen und musiziert. Logan hielt die ganze Zeit meine Hand, hin und wieder mussten wir die kleineren unserer Kinder etwas beruhigen, damit sie nicht rumlärmten. Als der Pfarrer endlich dann die Taufe vollzog mit den Worten "Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes auf den Namen Yannis Rick Rosenberg", rollten bei uns alle ein wenig die Tränen oder es wurde etwas geschnieft. Jerome und Julie sowie Jessica und Vicki blickten stolz in die Runde, als der Kleine dann noch die Salbung mit Chrisamöl auf die Stirn bekam, ehe sie die Taufkerze entzündeten. Der Geistliche berührt dabei Ohren und Mund des Kindes: "Yannis Rick, der Herr lasse dich heranwachsen, und wie er mit dem Ruf 'Effata' dem Taubstummen die Ohren und den Mund geöffnet hat, öffne er auch dir Ohren und Mund, dass du sein Wort vernimmst und den Glauben bekennst zum Heil der Menschen und zum Lobe Gottes." Nach dem gemeinsamen Vaterunser und einem Abschlusslied segnete der Pfarrer den Kleinen, die beiden Eltern, Paten und die ganze Gemeinde. Viele von außerhalb waren nicht gekommen, nur ein paar ältere Leute, die wahrscheinlich bei jedem Gottesdienst dabei waren.

Im Anschluss fuhren wir dann zurück zu Kailua Events, wo draußen ein großes Zelt aufgebaut worden war. Der Cateringservice war bereits dabei, das Essen vorzubereiten. Es gab eine Art Barbecue mit diversen Salaten, Fleisch, Fisch, Gemüsespieße und Baguette. Wir saßen alle gemütlich zusammen, aßen miteinander, sprachen viel und Lachen durfte natürlich auch nicht fehlen. Jeanine regte sich immer noch etwas darüber auf, dass wir ihr mal wieder ein Pferd geschenkt hatten. Der hübschen Chabilúe J, den wir vom Gestüt Johannsen mitgebracht hatten, hatte eine wirklich tolle Zeichnung und insgeheim war er schon in ihr Herz eingezogen. Die Bauers erzählten von ihrem Hof und ihren Pferden und Logan und ich platzten mit der Nachricht heraus, dass wir bald nach Vesland umsiedeln wollen. Da wurden wir natürlich erstmal geschockt angeguckt, aber da die Bauers ja auch dort lebten, verebbten die Gespräche darum schon bald. Die Kinder tollten über den Hof, Nathan guckte zwischendurch mal schnell nach seiner Stute Landliebe. Er würde nach der Taufe ja auf Hawaii bei Rosenbergs bleiben, um ein Auslandsjahr und danach die Ausbildung zum Bereiter dort zu machen. Nate hing ja sowieso sehr an seiner Patentante Jeanine und himmelte Rick an, als wäre er sein persönlicher Gott. Während der Nachmittag zum Abend wurde, wurde auch die Stimmung ausgelassener. Nachdem die kleineren Kinder allesamt im Bett waren, legten einige Paare eine flotte Sohle aufs Parkett bzw auf die Wiese. Musik und Sekt, Wein oder Bier floß im Übermaß, auch ich hatte am Ende einen ziemlichen Schwipps, dennoch tanzte ich eng umschlungen mit Logan einen romantischen Walzer, er flüsterte mir alle möglichen Schmeicheleien ins Ohr, ehe wir uns dann auch Richtung Bett verabschiedeten.


zuletzt bearbeitet 02.04.2018 16:05 | nach oben springen

#9

RE: Berichte

in Allgemeines 29.07.2018 10:44
von Team Johannsen • 1.085 Beiträge

29.07.2018
von Breanna James

Ein blauer Himmel über der hawaiianischen Insel Oahu wäre ein Traum gewesen, aber den hatten wir an diesem Morgen leider nicht. Es tummelte sich stattdessen eine Wolke neben der nächsten; immerhin war es warm und die Sonne schaffte es immer wieder mal durchzubrechen. Ich trug bereits mein schlichtes, knielanges und cremefarbenes Kleid, während Logan, mein Ehemann, sich gerade in seinen schnuckligen schwarzen Anzug zwängte. Unsere Kinder hatten wir bereits mit schlichten Sommerkleidern bzw. ordentlichen Hosen und Hemden ausgestattet. Mit einem letzten Blick in den Spiegel kontrollierte ich, ob mein Makeup und meine Frisur noch saß, wie es sein sollte und dann schnappten wir die Kiddies und fuhren von unserem Haus die paar Kilometer nach Kailua Events. Heute war nämlich der Tag gekommen, an dem unsere Nichte Julie ihren Verlobten Jerome Rosenberg heiraten würde. Gestern Abend war noch der Junggesellenabschied gewesen, weshalb mir ein bisschen der Schädel brummte, da der Alkohol doch ein wenig zu verlockend gewesen war. Naja, immerhin schien es Jeanine, die ein wenig zerknirscht aussah, auch nich anders zu gehen, hatte sie doch mit uns anderen Mädels fleißig mitgehalten. "Moin", grüßten wir sie und ein paar der anderen Gäste, die schon auf dem Gelände von Kailua Events herumliefen. Das ein oder andere Pferd hielt sich draußen auf den Paddocks auf und brummelte uns entgegen. Soviel Trubel waren die ja von den Turnieren, die hier stattfanden, schon gewohnt; da blieben die ganz cool. Wir plauderten ein wenig mit Rosenbergs, ehe ich mich dann umsehen ging, ob die Vorbereitungen alle abgeschlossen waren. Hier und dort verrückte ich noch ein paar Blumentöpfe, aber sonst schien alles in Ordnung zu sein. Der Cateringservice war bereits vorort, die Zelte standen bombenfest und waren mit Tischen und Stühlen ausgestattet und an der Bar wurde der Frühstückskaffee ausgeschenkt für die Gäste.

Die eigentliche Zeremonie sollte um 11 Uhr stattfinden, aber bis dahin dauerte es noch etwas, also schaute ich nach meiner Nichte. Im Haupthaus der Familie Rosenberg fand ich sie schließlich im Schlafzimmer der Gästewohnung, welche früher von Jerome bewohnt worden war, ehe er mit Julie und dem kleinen Yannis in eine eigene gemeinsame Wohnung gezogen war. Sie stand in ihrer hübschen Unterwäsche vor dem Spiegel und bewunderte ihr Makeup, welches die von uns engagierte Stylistin hervorragend hingekriegt hatte. Ihre roten Haare waren zu einer Hochsteckfrisur drapiert worden und an ihren Ohrläppchen baumelten schöne goldene Ohrläppchen, die ziemlich alt waren. Neu waren ihre Dessous, unter dem Kleid trug sie das obligatorische blaue Strumpfband. Fehlte nur noch was geliehenes. Das bekam sie in diesem Augenblick von mir überreicht. Eine wunderhübsche Perlenkette, die mir Logan vor einigen Jahren geschenkt hatte. Nun standen auch mir ein paar Tränchen in den Augen, als ich meine Nichte so sah. Wie war sie nur so schnell erwachsen geworden? Die Zeit verging wie im Flug; ich sah sie immer noch vor mir, als sie zu mir kam, nachdem meine Schwester sich das Leben genommen hatte. Ich umarmte sie vorsichtig, nachdem ich ihr beim Anziehen ihres Kleides geholfen hatte. Es war schulterfrei, weiß und mit viel Spitze, aber zeigte auch ein wenig ihren Rücken und die sonnengebräunten Beine. "Deine Ma wäre stolz auf Dich", sagte ich erfürchtig zu ihr und sie nickte. Wir umarmten uns nochmal, ehe ich dann den Raum verließ. Da keiner sehen sollte, was wir zur Trauung geplant hatten (nur Julie, Jerome und mein Mann Logan wussten davon), schlich ich mich in den Stalltrakt, wo zwei Pferde drinnen standen. Jeromes Stute Mocha und Julies Wallach Graf Dracula waren bereits blitzeblank geputzt, bei Mocha waren in die Mähne ein paar Blümchen eingeflochten, während bei Graf ein paar weiße Schleifen die Mähne zierten. Ich sattelte die Beiden fix, wobei Dracula einen Damensattel bekam, da es sich mit einem Kleid so besser saß. Logan kam schließlich auch; er blieb dann bei den Pferden, während ich zum Haupthaus ging, wo ich Julie abholte. Der Standesbeamte war auch schon da, ich wette, er hatte noch nie ein Paar auf einem Reiterhof getraut. Auf dem großen Gras-Springplatz waren weiße Bänke aufgestellt mit genug Platz rechts und links zur Begrenzung, damit da auch ein Pferd durchgehen konnte.

Nachdem die Gäste nach und nach Platz genommen hatten, stellten sich vorne die Trauzeugen auf. Julies Trauzeugin sollte Jessica werden, während Jerome sich für seinen Onkel Tom entschieden hatte, weil sich die zwei doch sehr nahestanden, auch wenn es eigentlich etwas ungewöhnlich war. Logan, unsere Kinder und ich brauchten für unsere Großfamilie eine eigene Bank, während meine und Logans Eltern hinter uns saßen. Rosenbergs saßen auf der anderen Seite ebenso wie deren Eltern. Es waren doch recht viele Gäste, u.a. Familie Johannsen, Familie Bauer und die Thompsons sowie einzelne Freunde und Bekannte von anderen Höfen. Jessicas Freund Ben saß neben Ludger und June, er hielt seinen Hund Rufus an der Leine, der brav unter der Bank lag und döste. Yannis, der Sohn von Julie und Jerome war bei mir auf dem Arm und quengelte ein wenig, aber er ließ sich mit ein bisschen schaukeln auf meinem Schoß ruhig stellen. Der Standesbeamte stellte sich vorne an ein Pult, blätterte in seinem Hefter und wartete geduldig, dass es losging.
Bei Beginn des Hochzeitsmarsches ritten dann Jerome und Julie jeweils auf ihrem geschmückten Pferd rechts und links an den Bänken entlang, grinsten beide breit und hielten dann vorne beim Standesbeamten an. "Wir wollen uns gerne im Sattel trauen lassen, schließlich sind die Pferde unsere Leidenschaft", erklärte Jerome den etwas ungewöhnlichen Anblick. Die Rede des Trauenden dauerte nicht so lange, er erzählte, wie sich Jerome und Julie kennen- und lieben gelernt hatten, was sie so an Gemeinsamkeiten hatten und was wir uns für die Zukunft gemeinsam vorstellten. Er machte das wirklich gut und bei dem ein oder anderen flossen ein paar Tränchen. Rick reichte seiner Frau zwischendurch ein Taschentuch, was Logan bei mir ebenfalls machte. Als dann endlich die Frage kam, ob Jerome Julie lieben und ehren will, bis das der Tod sie scheidet, antwortete er mit seinem "Ja" und auch Julie gab diese Antwort mit einem selbstbewussten "Ja". Sie gaben sich jeweilige Liebeserklärungen ab, schworen sich die Treue und unterzeichneten dann den Heiratsurkunde. Nach dem obligatorischen Kuss, bei dem alle applaudierten, scherzte Jerome: "Nun bist Du Frau Rosenberg". Julie grinste breit, lachte etwas und küsste ihren Mann dann nochmal. Die Gäste gratulierten nun nacheinander und der Standesbeamte verabschiedete sich schließlich. Jeanine und Rick gingen die beiden Hochzeitspferde versorgen, während sich die ganze Gesellschaft ins große Zelt begab, wo es nun ein ordentlich Mahl gab. Da wir ein Buffet bestellt hatten, eilten die Kellner mit vollen Platten zu den Tischen und brachten auch Nachschub, wenn irgendwas leer war. Getränke gab es von der Karte, die wir aufgestellt hatten, später am Abend gab es dann eine große Auswahl an sommerlichen Cocktails. Natürlich durfte auch der Tanz des Brautpaares nicht fehlen. Logan forderte mich auf, mit ihm eine Runde zu tanzen, während die Kinder überall auf der Anlage unterwegs waren und sich vergnügten. Die Party ging bis in die Nacht, allerdings gingen mein Mann und ich gegen Mitternacht nach Hause, da die Kinder ins Bett mussten.


zuletzt bearbeitet 29.07.2018 18:28 | nach oben springen


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